Unter Jägern ist das Sarntal bekannt als das größte Jagdrevier im Land. Der durchschnittliche Südtiroler Bürger denkt beim Sarntal wohl zuerst an den Dialekt und das lokale Handwerk, der Naturkundler an die weiten Latschenfelder und die daraus gewonnenen Produkte, der Wanderer an die in guten Jahren schier unerschöpflichen Heidel- und Preiselbeergebiete. Es gäbe viel zu erzählen über das Sarntal, und dabei sticht eines hervor: Die mit knapp 30.000 Hektar größte Gemeinde im Herzen von Südtirol kann eine Vielfalt vorweisen, die ihresgleichen sucht: Die weitläufigen Alm- und Weideflächen bieten zahlreichen Wildarten beste Lebensbedingungen. Der Schneehase fühlt sich in den Sarner Bergen besonders wohl, Reh- und Rotwild schätzen das Überangebot an Deckung in den lückigen Latschenfeldern und nutzen auch die über das gesamte Tal verstreuten Mäh- und Bergwiesen. Viele höhere Weideflächen werden intensiv mit Schafen und Ziegen beweidet, weshalb es nicht verwundert, dass der Großteil der Sarner Gamsen sich lieber in den steilen Wäldern und Schluchten des Tales aufhält. Seit einigen Jahren kann man im Gebiet zwischen dem Weißhorn und dem Hirzer auch Steinwild beobachten, welche von der Jägerschaft im Rahmen eines Wiederansiedelungsprojektes freigelassen worden ist. Die oft sanften Bergrücken sagen schließlich auch den Spielhühnern zu, und im Winter kann man auf den freigewehten Flächen vielerorts auch Schneehühner beobachten. Jedem Naturliebhaber ist im Sarntal auch ein Blick in den Himmel anzuraten, ziehen doch alljährlich Tausende und abertausende von Zugvögeln über das Penserjoch in Richtung Süden oder Norden.